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Blutspendetermine

"Helfer vor Ort" des DRK Limbach leisten lebensrettende Sofortmaßnahmen

Auf die ersten Minuten kommt es an: In der Rettungskette erfüllen die "Helfer vor Ort" des DRK-Ortsverbands Limbach eine wichtige Funktion.

Von Claus Kaiser

Limbach. Ein ganz normaler Werktag in Limbach. Martin Henn wird aus seiner Arbeit gerissen. Henn arbeitet bei der Firma "Bopp Leuchten". Über einen digitalen Meldeempfänger wird er von der Integrierten Leitstelle des DRK-Kreisverbandes Mosbach alarmiert. Im Limbacher Ortsteil Krumbach hat sich ein Betriebsunfall ereignet. "Die Lage ist unklar" steht im Display seines Melders. Nun muss Martin Henn sich sputen: Er ist einer der "Helfer vor Ort" (HvO) des DRK-Ortsverbands Limbach.

Henn und die anderen Helfer lassen alles stehen und liegen und fahren zu der Garage, in der das Einsatzfahrzeug der Helfer-vor-Ort-Gruppe untergebracht ist. In weniger als sechs Minuten nach dem Notruf sind sie mit Sondersignal am Unglücksort in Krumbach eingetroffen. Am Unfallort angekommen, verschaffen sie sich zuerst einen Eindruck des Unglücksfalls: Einem Arbeiter ist ein schweres Eisenteil auf ein Bein gefallen. Es besteht der Verdacht auf einen offenen Unterschenkelbruch. Der Verletzte wird von den Helfern vor Ort erstversorgt, über Funk wird eine Rückmeldung an die Leitstelle abgegeben, um die nachrückenden Rettungskräfte zu informieren. Die werden den Patienten dann zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus bringen.

In der Rettungskette erfüllen die Helfer vor Ort eine wichtige Funktion. Entstanden ist die Einrichtung aus der Erkenntnis, dass der Rettungsdienst aufgrund langer Wegstrecken oft nicht schnell genug beim Einsatzort sein kann - besonders wenn es um lebensrettende Sofortmaßnahmen geht. Die Helfer vor Ort überbrücken das "hilfeleistungsfreie Intervall" bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Und so kommen auch die Limbacher Helfer vor Ort immer dann zum Einsatz, wenn das "nächste reguläre Rettungsmittel" - wie es im Amtsdeutsch heißt - aus Mosbach oder Buchen deutlich länger braucht als die Helfer vor Ort. Aber auch, wenn es gilt, den hauptamtlichen Rettungsdienst zu unterstützen.

Nach einer Stunde ist Martin Henn wieder zurück an seinem Arbeitsplatz. Sein Arbeitgeber ist großzügig. Henn hat die Möglichkeit, seine Arbeit für die ehrenamtliche Tätigkeit zu unterbrechen. Eine Möglichkeit, die - außer für Feuerwehrmänner - von wenigen Arbeitgebern eingeräumt wird, da sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind.

Die Limbacher Helfer-vor-Ort-Gruppe besteht derzeit aus acht Personen, darunter auch eine Ärztin und zwei Medizinstudenten. Sie gehört zum DRK Limbach, das Sanitätsdienste leistet. Es gibt eine Jugendgruppe, Blutspendeaktionen, und die Ehrenamtlichen sind im Katastrophenschutz engagiert.

Im Schnitt 80 Einsätze im Jahr absolviert die Limbacher Gruppe. Der Ablauf: Nach der Alarmierung geht es schnellstmöglich zur Garage, das Einsatzfahrzeug wird besetzt, und mit Sondersignal geht es zum Einsatzort. Während der Fahrt werden die Aufgaben verteilt. Nach dem Eintreffen verschaffen sich die Helfer einen ersten Überblick und leiten gegebenenfalls lebensrettende Maßnahmen ein. Wenn der reguläre Rettungsdienst eingetroffen ist, wird dieser eingewiesen, und es erfolgt die Übergabe. Im Anschluss wird der Einsatz für die Statistik dokumentiert und das Material wieder aufgefüllt.

Die Einsätze reichen von internistischen Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfällen, über chirurgische Szenarien wie zum Beispiel Stürze, bis hin zu Verkehrs- und Arbeitsunfällen und Kindernotfällen. Die Helfer vor Ort engagieren sich freiwillig, das Angebot stützt sich auf ehrenamtliches Engagement und ist für die Bevölkerung kostenfrei, aber auch sonst übernimmt niemand die Kosten; daher ist man auf Spenden angewiesen. So wurde das neue Fahrzeug, das 2013 in Dienst gestellt wurde, mit Zuschüssen der Gemeinde und des DRK-Kreisverbandes Mosbach sowie durch Spenden von Firmen und Privatleuten finanziert. Außerdem konnte ein großer Teil durch Einnahmen von Blutspendeaktionen und Festen beigesteuert werden. Aus- und Weiterbildungen, die im Einsatz verbrauchten Materialien und die persönliche Schutzausrüstung für die Helfer werden vom DRK-Kreisverband organisiert und finanziert.

Die Limbacher HvO’ler sehen ihre Tätigkeit als Daseinsvorsorge für ihre Mitmenschen, und die Resonanz in der Bevölkerung ist durchweg positiv. Jederzeit freut man sich aber in Limbach über Freiwillige, die sich vorstellen könnten, bei dieser ehrenamtlichen Arbeit mitzuwirken.

Aus: Rhein-Neckar-Zeitung (Ausgabe Mosbach) vom 24.05.2016

29. Mai 2016 10:17 Uhr. Alter: 4 Jahre